Berliner Gründerstammtisch zu Besuch bei der Motivationsapp YAS.life

„Wir belohnen Dich fürs fit sein“ – ist nicht der neue Slogan der KAS, sondern Werbung für die Fitness- und Motivationsapp YAS.life, welche am Donnerstag den 28. September Besuch vom Berliner KAS-Gründerstammtisch bekommen hat. Bei Bier und Brezeln berichtete der ehemalige Unternehmensberater und Gründer Dr. Magnus Kobel Stipendiaten und Altstipendiaten, wie man Menschen dazu bringt, ihren inneren Schweinehund zu überwinden und damit auch noch Geld verdient. 

 

Die InsurTech App YAS.life bietet mit einem einfachen Punktesystem Anreize, die eigene Bewegung zu tracken und die gesammelten Punkte am Ende für Prämien bei namhaften Partnern einzutauschen. Ein vermeintlich simples Prinzip, doch genau darin liegt laut Magnus Kobel die Stärke des Start-ups: Die App richtet sich nicht an die Quantified-Self-Bewegung, sondern will mit kleinen Belohnungen eine sehr breite, weniger sportliche und technikaffine Zielgruppe zu mehr Bewegung motivieren, ohne dabei Gesundheitsdaten der Nutzer preiszugeben. 

 

Der Gründer berichtete uns von den datenschutzrechtlichen Herausforderungen einer solchen App, die, wenn sie einmal überwunden sind, durchaus zum Wettbewerbsvorteil werden können. Herausfordernd sei zudem die ungewohnt bürokratische Zusammenarbeit mit deutschen Krankenversicherungen, welche vielfach, besonders was die Digitalisierung betrifft, noch im vorherigen Jahrhundert zu stecken scheinen. Um dies zu ändern, bietet Kobels Unternehmen eine White-Label-Version seiner App an, die mit den Botschaften der Versicherung bespielt werden kann.  Mithilfe seiner App möchte Kobel dafür sorgen, dass sich Versicherte nicht nur in Schadens- oder Krankheitsfällen an ihre Versicherung als Kostenerstatter erinnern, sondern sich diese zum positiv wahrgenommenen digitalen Gesundheitspartner entwickelt. 

 

Für YAS.life war dabei die erste Finanzierungsrunde zur Unternehmensgründung mit privatem Kapital und Business Angels aus dem Freundeskreis noch verhältnismäßig einfach. Brenzlig wurde es hingegen bei der zweiten Runde, bei welcher nicht immer klar war, in welche Richtung sich das Projekt entwickeln wird und ob alle Mitarbeiter gehalten werden können. Inzwischen konnte Magnus Kobel jedoch die Deutsche Rück mit 1,5 Millionen Euro als Leadinvestor gewinnen und die Mitarbeiterzahl auf inzwischen 11 plus Praktikanten stetig ausbauen. Herausforderungen für ein wachsendes Berliner Start-up sind jedoch der hart umkämpfte Markt von Programmierern und IT-Spezialisten sowie die immer knapper werdenden Gewerberäume in Mitte. 

 

Einen spannenden Ausblick auf die Chancen und Herausforderungen einer digitalisierten Gesundheitsbranche bot uns zudem Dr. Klaus Iffländer, Chief Analytic Officer von YAS.life: Langsam sei man nun auch in Deutschland auf dem Weg zu einer digitalisierten Gesundheitsakte, welche mit einfacher Bedienung und allen Daten an einem Ort sowohl für Patienten als auch Ärzte immense Vorteile biete. YAS.life will mithilfe von künstlicher Intelligenz genau da anknüpfen, um mit anonymisierten und aggregierten Daten seine Nutzer in gesunder Lebensführung zu beraten und präventive Tipps geben zu können. Der CAO Iffländer berichtete uns stolz, dass YAS.life sich jüngst bei einem Wettbewerb der Investitionsbank Berlin durchsetzen konnte und einen Förderzuschlag in Höhe von 780 000 Euro erhielt, um diese algorithmus-basierten Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. 

Im Anschluss an die spannenden Vorträge bot sich noch die Chance, mit dem Gründer und seinen Mitarbeitern bei einem Bier persönlich in Gespräch zu kommen, wobei sich herausstellte, dass der aktuelle Praktikant bei YAS.life ein Konstipendiat ist. 

 

Vielen Dank an Dr. Magnus Kobel und Dr. Klaus Iffländer für diesen spannenden Einblick in die InsurTech-Branche und Berliner Start-up Szene! 

von links nach rechts: Soroosh Ataei (Praktikant bei YAS.life), Julius Werner, Dr. Josef Korte (bonify.de), Sina Burmeister, Elvira Giebel-Felten, Yannick Schmid (vivy.com), Jörg Schwarzrock (store-anything.com), Dr. Magnus Kobel (YAS.life) und Dr. Klaus Iffländer (YAS.life) 


Autor: Julius Werner ist Stipendiat der Studienförderung und studiert Allgemeine Rhetorik im Master in Tübingen. Gerade schreibt er in Berlin seine Master Arbeit über emotionale Beeinflussung und Affekte in rechts-populistischen Magazinen. Start-ups sind dabei für ihn eine willkommene Abwechslung und Inspiration. 


Der KAS Gründerstammtisch trifft sich immer am letzten Donnerstag im Monat bei Bier und Brezeln und besucht ein Berliner Start-up. Egal ob Altstipendiat oder frisch bei der KAS: Wer selbst Gründer oder gründungsinteressiert ist oder auch einfach mal wissen möchte, warum alle von der Start-up-City Berlin reden, ist herzlich willkommen! 

 

Unser nächstes Treffen ist am Donnerstag den 25. Oktober um 19 Uhr bei dem psychologischen Beratung-Startup SELFAPY, welches Stress, Angst und psychische Erkrankungen in die Mitte der Gesellschaft rücken und digital behandeln möchte. 

 

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