Bonner Stipendiaten entdecken das Herz Europas

Gruppenfoto in Brüssel                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  (Foto: Philipp Hütter)

Exkursionen, selbstständig organisiert durch Stipendiaten, haben in der Hochschulgruppe Bonn 3 der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung seit einigen Jahren Tradition. Dem wurde auch dieses Jahr Rechnung getragen, denn vom 9. bis 11. April unternahmen die Mitglieder der Gruppe 3 und weitere Konstipendiaten aus den Bonner Hochschulgruppen eine dreitägige Tour nach Brüssel.

 

Nachdem die Stipendiaten im vergangenen Jahr mit einer mehrtägigen Reise nach Berlin einen Einblick in die Bundespolitik und das Leben in der Hauptstadt gewinnen konnten, entschieden sich die Gruppenmitglieder, mit der nächsten Exkursion eine politische Ebene weiter zu greifen. Der gemeinsam gefasste Entschluss, die Hauptstadt Europas zu besuchen, wurde durch das Planungsteam um Gruppensprecher Niklas Beckonert umgesetzt. Das Programm sollte durch ein Gleichgewicht zwischen politisch-kulturellen und gemeinschaftsfördernden Programmpunkten geprägt sein – ein Ziel, das nach der Reise als geglückt betrachtet werden darf.

 

Der erste Tag der Reise stand ganz im Zeichen des europäischen Austauschs. Nach der Anreise mit dem Thalys von Köln aus und einem gemeinsamen Mittagessen im Zentrum Brüssels stand, ausgehend vom Grand Place, ein erster Rundgang entlang belgischer Traditionen und Wahrzeichen auf dem Programm. Dieser sollte sich insbesondere für die Orientierung während der kommenden Tage als sehr nützlich erweisen. Im Anschluss konnten nun auch die Zimmer im gut gelegenen Hotel Villa Royale bezogen werden. Abschluss dieses Tages war ein gemeinsames Essen mit in Brüssel tätigen Altstipendiaten der KAS-Begabtenförderung, die bei bestem belgischen Bier für Fragen bereitstanden. Schwerpunkte waren hierbei vor allem die Unterschiede des alltäglichen Lebens in Belgien und Deutschland und welche Fertigkeiten das individuelle Profil für eine berufliche Zukunft in EU-Institutionen schärfen können. 

 

Eingeleitet wurde der zweite Tag durch einen besonders interessanten Besuch des örtlichen KAS-Auslandsbüros, das neben den BeNeLux-Staaten auch für die Europäische Union den Kontaktpunkt zur Stiftung darstellt. Die Mitarbeiter des Büros sowie des Teams Multinationaler Entwicklungsdialog, das seinen Sitz ebenfalls in Brüssel hat, gaben nach einer kurzen Einführung die Möglichkeit, weiterführende Fragen zu stellen. Dabei interessierten sich die Stipendiaten vor allem für die Rolle der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Außen- und Entwicklungspolitik der Bundesrepublik sowie für die tägliche Praxis des politischen Geschäfts in Brüssel. Im Anschluss, nach einem Imbiss in der Kantine des Europaparlaments, nahm sich der Abgeordnete im Europäischen Parlament für die Region Mittelrhein, Axel Voss, Zeit für ein vertiefendes Gespräch mit den Bonner Studenten. Neben einem Bericht über die Parlamentsarbeit in einem multinationalen Umfeld konnte Herr Voss auch einen vertiefenden Einblick in die europäischen Bestrebungen zum Datenschutz und damit verbundene politische Konfliktfelder geben. Beim Abendessen in einem szenetypischen Lokal nahe des Europaviertels zogen die Teilnehmer ein erstes Zwischenfazit und diskutierten die im Tagesverlauf behandelten Themen unter Berücksichtigung der neu erworbenen Perspektiven.

 

Der dritte und letzte Tag stand ganz im Zeichen der europäischen Geschichte, die anhand der neuen Dauerausstellung des Hauses der Europäischen Geschichte interaktiv erlebt werden konnte. Nach einer auf die Konzeption ausgerichteten Führung mit der Kuratorin des Hauses, Dr. Andrea Mork, nutzten die Stipendiaten die Möglichkeit, das moderne und stark digitalisierte Museum in Kleingruppen vertiefend zu erleben. Im Anschluss stand die Zeit bis zur Abreise zur freien Verfügung. Neben einem letzten klassisch-belgischen Imbiss konnten so Mitbringsel und Verpflegung für die Rückreise besorgt werden. Die Gruppe traf gegen 21 Uhr wieder in Köln ein. 

 

Am Ende der nun offiziell traditionellen Exkursion (aller guten Dinge sind bekanntlich drei!) der Bonner Hochschulgruppe 3 steht für alle Teilnehmer ein rundum positives Resümee. Das Ziel eines interessanten und unterhaltsamen Programms konnte erreicht werden. Neben den offiziellen Terminen kamen auch die privaten Kontakte der Bonner Stipendiaten nicht zu kurz, die sich während dieser drei Tage sehr gut entwickelten. Das alles konnte durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung mit einem vergleichsweise geringen Budget erreicht werden. Das Planungsteam freut sich bereits auf die nächste Fahrt der Gruppe 3 – Zielvorschläge sind bereits gerne gesehen!


Autor: Philipp Hütter ist Stipendiat der Studienförderung und studiert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Geschichte und Germanistik.