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Mein Auslandssemester in Chile

Wie bereite ich mich auf das Auslandssemester vor?

 

Bewerbung: Meine Heimatuniversität, die Leuphana Universität Lüneburg pflegt ein Austauschprogramm mit der Universidad de Santiago de Chile (USACH), eine der größten staatlichen Universitäten in Chile. Diese Partnerschaft hat die Organisation des Semesters um einiges erleichtert und ich musste keine Studiengebühren vor Ort zahlen. Nach der Nominierung durch die Leuphana, musste ich mich bis zum 15. Mai regulär bei der USACH bewerben, unter anderem mit einem Motivationsschreiben und Lebenslauf auf Spanisch. Ende Juni bekam ich dann die Bestätigung/ Carta de Acceptacion – meine Eintrittskarte für das Auslandssemester.

 

Visum: Ich empfehle es, so früh wie möglich alle Dokumente für das Visum anzufordern. Dafür ist auch ein Führungszeugnis mit Apostille nötig (Apostille kann beim Bestellen des Führungszeugnisses für 25 € direkt mitbestellt werden). Das Visum wird online beantragt: https://tramites.extranjeria.gob.cl/. Die Visumsbearbeitung hat zum Zeitpunkt meines Austauschs sehr lange gedauert. Deshalb sind letztendlich alle Austauschstudierenden zunächst mit einem Touristenvisum eingereist. Die USACH hat dies aufgrund der Verzögerungen beim Ausländeramt akzeptiert. Mein Studentenvisum habe ich dann im November bekommen und musste erneut aus- und einreisen, um es zu aktivieren.

 

Fächerwahl: In der Bewerbung bei der USACH musste man zwar schon Fächer angeben, die man gerne belegen möchte, aber das war nicht in Stein gemeißelt. Eine Kursübersicht gibt es hier: https://www.admision.usach.cl/facultad-de-humanidades. Zu beachten: Das Wintersemester entspricht den geraden Semesterzahlen, Sommersemester den ungeraden und die Kurse werden nicht in beiden Semestern angeboten. Vor Ort habe ich dann den Stundenplan des Semesters bekommen und nach einigem Ausprobieren vier Module von den Studiengängen Geschichte und Journalismus gewählt.

 

Wie war das Studium und Leben vor Ort?

 

Universität:

An der USACH wird man sehr herzlich aufgenommen. Die Universität hat einen Willkommenstag organisiert und uns standen die gesamte Zeit drei Tutoren zur Seite, die auch Aktivitäten am Wochenende organisiert haben. Die Studierenden und Dozierenden waren sehr interessiert an kulturellem Austausch und ich habe schnell Anschluss gefunden. Die Kurse in Geschichte boten tolle Einblicke in indigene Perspektiven und dekoloniales Denken. Das war eine große Bereicherung für mein Studium. Der Kurs zu audiovisueller Kultur aus dem Studiengang Journalismus war sehr praktisch angelegt. Wir haben gelernt, Videos zu drehen und eine kleine Doku gefilmt. Die Kurse finden alle auf Spanisch statt und wir hatten meist drei Prüfungsleistungen (Test, Vorträge oder Essays) im Semester verteilt.

 

Wohnen und Verkehr:

Meine Wohnung habe von meiner ehemaligen Gastfamilie vermietet bekommen. Viele andere haben aber etwas über die Seite Compartodepto oder Facebook recht schnell vor Ort gefunden. Ich habe im im Viertel Santiago Centro gewohnt, was ich empfehlen kann, auch wenn viele Austauschstudierenden das reichere Viertel Providencia vorziehen. Ich mochte es, nicht in einem der reichsten Viertel zu wohnen und habe mich trotzdem sehr sicher gefühlt.

Die U-Bahn und Busse sind auch sehr gut in Santiago und kosten im regulären Tarif ca. 70 ct pro Fahrt. Sehr empfehlen kann ich "bike itau“, dann kann man in Santiago auch Fahrräder leihen.

 

Freizeit:

Die Zeit nach und zwischen den Kursen habe ich oft in der Uni mit Kommilitonen verbracht. Es gibt auch viele Sport- und Kreativkurse, zum Beispiel habe ich einen Kurs zu afghanischen Tanz belegt. In meiner Freizeit habe ich mich ab und zu mit anderen Austauschstudierenden oder Chilenen getroffen oder die Umgebung erkundet, aber oft hat mich die große Stadt auch überfordert und ich hatte viel für die Uni zu tun. Santiago ist aber eine sehr lebenswerte Stadt: Es gibt viele Theater, Museen, mehrere Berge in der Stadt und in einer Stunde ist man am Meer oder in den Bergen.

In den Semesterferien habe ich eine Busreise durch Patagonien gemacht, war in La Serena surfen und habe Zeit mit meinen Freunden und meiner Gastfamilie aus vorherigen Chile-Aufenthalten verbracht.

 

Fazit:

Insgesamt war es ein sehr lehrreiches und bereicherndes Semester, das ich nicht missen möchte. Die Menschen an der USACH nehmen einen sehr herzlich auf und sorgen dafür, dass man sich sehr wohlfühlt.

 


Carla Moritz

Für Fragen meldet euch: carlamoritz@web.de