Die internationale Seite der Begabtenförderung

Was haben Länder wie die USA, Palästina, Argentinien, die Ukraine, Togo, Vietnam und 

Australien gemeinsam? Auf den ersten Blick fällt es schwer Gemeinsamkeiten zu finden: Sie 

liegen in unterschiedlichen Erdteilen, teilen nicht die gleiche Sprache. Es scheint einfacher 

Unterschiede als Berührungspunkte zu finden. Was sie vereint ist, dass aus all diesen Ländern 

Stipendiaten der Ausländerförderung der KAS stammen. 

 

Trotz unterschiedlicher Herkunftsländer haben die ausländischen Stipendiaten ähnliche 

Herausforderungen während ihres Studiums in Deutschland zu meistern. Um den Austausch 

dieser Stipendiaten zu fördern, wurde das Netzwerk der Internationalen Stipendiaten der KAS 

(NIS) gegründet. Die Themen innerhalb dieses Netzwerkes reichen von Politik, über Integration 

und akademischer Kultur in Deutschland bis zur beruflichen Entwicklung. Eine der wichtigsten 

Initiativen des NIS ist das jährliche Treffen, bei welchem Workshops und Vorträge mit den 

genannten Schwerpunkten vom NIS in Zusammenarbeit mit der Ausländerförderung organisiert 

werden. 

 

Das Treffen 2017 fand vom 17. bis 19. November in Gersfeld statt. Das Wochenende begann mit der Begrüßung durch Herrn Dr. Nils Abraham, den Leiter der Ausländerförderung. Im Anschluss stellte sich das NIS-Team vor und die Teilnehmer lernten sich mithilfe interaktiver Kennenlernspiele kennen. So war gleich zu Beginn für eine lockere Atomsphäre gesorgt und man bekam einen Überblick über die vielfältigen Themen, die die Stipendiaten bewegen. Nicht nur akademische Talente, sondern auch Leistungssportler sowie begabte Künstler werden im Rahmen der Ausländerförderung gefördert. 

Obligatorisches Selfie                                                                         Foto:  KAS


Während des Seminars fanden drei Soft-Skill-Workshops statt. Behandelt wurden Zeit- und Selbstmanagement, wissenschaftliches Schreiben und wie man am besten mit 

rechtspopulistischen Äußerungen umgeht. Referenten waren Dr. Szameitat, Dr. Dylla und Dr. Bachkovksy. Die Stipendiaten konnten an zwei von drei der angebotenen 

Seminare teilnehmen. Zum Abschluss hielt Michael Brand, Mitglied des Bundestages und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-

Bundestagsfraktion, einen Vortrag darüber, wie Menschenrechte die Grundlage für eine wertegeleitete Außenpolitik darstellen können. 

 

Eine Tradition wurde fortgesetzt: Wie auch schon im vorherigen Jahr wurde am Samstagabend ein Länderabend durch die Teilnehmer organisiert. Nach dem lateinamerikanischen Schwerpunkt im vorherigen Jahr stand diesmal Arabien im Mittelpunkt. Für ein paar Stunden konnten alle in die reiche Kultur mit ihren vielfältigen Ausdrucksformen, wie Musik, Gedichten und Theater, eintauchen. Alle ließen sich darauf ein – Kultur scheint keine Grenzen zu kennen. Es gab unter anderen ein Quiz über arabische Länder, eine Comedyshow und traditionellen Tanz und Getränke. 

 

Am Sonntag, dem letzten Tag, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit das Mentoring-Programm kennenzulernen. Frau Dr.-Ing. Anja Miehe erläuterte die Ziele des Programms und wie man sich sowohl als Stipendiat als auch als Altstipendiat engagieren kann. Das Programm ist eine tolle Initiative für die Nachwuchsförderung und für den Anschluss von Stipendiaten. Man kann sich einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld verschaffen. Abschließend berichtete Herr Dr. Abraham über die Neuigkeiten der Ausländerförderung, wie z.B. das Pilotprojekt Promotions-Coaching. 

 

Am war auch Zeit für die Diskussion über die Weiterentwicklung des Netzwerkes und für den Austausch gesammelter Erfahrungen. Die regionalen NIS-Gruppen berichteten von ihren Treffen und gaben Feedback für die Weiterentwicklung des Netzwerks. 


Autorinnen: Fatemeh Taheri und Ana Helena Palermo Kuss sind Stipendiatinnen der Ausländerförderung.